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Menschen in der SPD
Dr. Adolf Müller-Emmert
Bonn, 16.Oktober 1970: Kanzler Willy Brandt trifft im
Deutschen Bundestag Fritz Walter, der mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Müller-Emmert zur
Begegnung von Fußball und Politik nach Bonn gekommen war.
Treuhänder der sozialen Demokratie - Dr. Adolf Müller-Emmert
Zu den maßgeblichen Gütezeichen einer demokratischen Gesellschaft
gehört neben der sozialen Gerechtigkeit und einem funktionierenden
Gemeinsinn die Glaubwürdigkeit ihres Führungspersonals.
Verantwortung, Verlässlichkeit und Vertrauen sind in der Vita
des Juristen und Politikers Dr. Adolf Müller-Emmert als ständige
Wegbegleiter auszumachen. Zum überzeugenden roten Faden seines
Wirkens gehört gleichermaßen, dass er stets als Anwalt und
Treuhänder der sozialen Demokratie gehandelt und ein
Beispiel an Glaubwürdigkeit vorgelebt hat.
Adolf Müller-Emmert vom Jahrgang 1922 ist in Ludwigshafen
geboren. Nach dem Abitur war er erst Hafen- und Laborarbeiter,
leistete Kriegsdienst. Danach wurde er zunächst Rottenarbeiter
bei der Reichsbahn.
Ab 1946 studierte er Rechtswissenschaften in Heidelberg, legte
1948 sein erstes und 1951 sein großes juristisches Staatsexamen ab.
Bis zu seiner Wahl in den Deutschen Bundestag im Jahr 1961 war er
als Richter und später als Staatsanwalt in Kaiserslautern tätig.
Von 1960 bis 64 gehörte er hier dem Stadtrat an und war auch
Mitglied des Bezirkstages Pfalz. Von 1961 bis 1983 wurde er siebenmal
in ununterbrochener Reihenfolge als Vertreter des Wahlkreises
Kaiserslautern-Kusel direkt in den Bundestag gewählt. Er erzielte dabei
immer wieder einen deutlichen Überhang an Erststimmen. Darin kamen
Anerkennung, Vertrauen und auch Dankbarkeit der westpfälzischen
Wählerinnen und Wähler für und zu einem Volksvertreter im besten
Sinne des Begriffes zum Ausdruck. In seinen 26 Bonner Jahren hat
dieser Vollblut-Parlamentarier mit Kompetenz, Beharrlichkeit,
Gründlichkeit und Verlässlichkeit das zu seinem Markenzeichen
gemacht, was von der politischen Klasse inzwischen häufig eher
proklamiert als konsequent praktiziert wird: Bürgernähe!
Wie kaum ein anderen Bundestagsabgeordneter hat er die Fragestunden
im Parlament genutzt, um Probleme unserer Region sowie die
berechtigten Interessen von Städten, Kreisen, Gemeinden und Bevölkerung
zu thematisieren und zäh zu verfolgen. Über Jahrzehnte hat ihn seine
Bodenhaftung im Wahlkreis zum Verfechter sozialer Belange und Anwalt
in Härtefällen werden lassen. Das hat ihn bis in die jüngste
Vergangenheit auch als Rechtsanwalt noch weiter eine Anlaufstelle
für Rat und Hilfe suchende Menschen bleiben lassen.
Zur guten Ernte dieses Politikerlebens gehört nicht zuletzt
der maßgebliche Anteil, den Adolf Müller-Emmert als Vorsitzender
des Bundestagssonderausschusses für Strafrechtsreform
an DER grundsätzlichen Reform des Strafrechtes - ein Jahrhundertwerk
in Sachen Modernisierung und Liberalisierung - beanspruchen kann.
Dr. Hans Jochen Vogel würdigte diesen Anteil
Müller-Emmerts anlässlich seines 80. Geburtstages im Jahr 2002
mit den Worten: "…Als Vorsitzender des Bundestagssonderausschusses
für Strafrechtsreform hast du entscheidend zur Fortführung
und zum seinerzeitigen Abschluss der von Gustav Heinemann
begonnenen Erneuerung des deutschen Strafrechts beigetragen.
Dir insbesondere ist es zu danken, dass die Erneuerung bei aller
Entschlossenheit, Überholtes zu eliminieren und den Gedanken der
Resozialisierung stärker in den Vordergrund zu rücken, am
Schuldprinzip und an der Notwendigkeit festhielt, die vom Grundgesetz
vorgegebene Wertordnung unter Wahrung des Erfordernisses der
Verhältnismäßigkeit letzten Endes auch mit strafrechtlichen Mitteln
zu schützen. … Ebenso erinnere ich mich an die Entschiedenheit,
ja Leidenschaft, mit der du deine eigene Person zur Reform
des §218 STGB, aber auch zu einzelnen Problemen des Ehe- und
Familienrechts vertreten hast…"
Text: Lothar Schwartz
(Mitglied im OV Bännjerrück/Karl-Pfaff-Siedlung und
ehemaliger Pressesprecher von Willy Brandt)
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